The Steamers

Jörg Pfeifer

Filmemacher, Journalist, TV Produzent, Inhaber von Steamcoffee

2019 drehte ich eine Dokumentation über die Ursprünge meines Lieblingsgetränkes: in Nicaragua, Honduras und Costa Rica. Ich lernte Kaffee-Kooperativen kennen, deren Mitglieder nur durch den fairen Handel überleben. Ich begleitete einige Familien bei der Ernte, beim Schälen der Kaffeekirschen, beim Trocknen der Bohnen und beim Verladen für den Transport.

Einen fairen Preis zu bezahlen, das hilft nicht nur zu überleben, es gibt der nächsten Generation eine Perspektive. Es bewahrt die Kinder der Kaffeebauern  davor, mit riesigen Treks auf Wanderung gehen zu müssen, in Länder, in denen sie sich ein besseres Leben erhoffen.

Aber noch eines habe ich entdeckt: die Kaffeeproduzenten bauen die Pflanzen mit großem Enthusiasmus und enormer Sachkenntnis an. Durch den Fairen Handel erfahren sie erstmals, daß sie mit einem guten Produkt Geld verdienen, ihre Familien ernähren können – und Wertschätzung erfahren. Der (zertifizierte) Faire Handel legt Wert auf eine gerechte Partnerschaft. Anders als bei dem neokolonialistischen Verhalten mancher Großhändler, laufen hier die Verhandlungen fair und auf Augenhöhe.

Vom Einsetzen der jungen Kaffeepflanze bis zum glücklich machenden Kaffeeduft – jedes Zahnrad muß passen. Wenn eines vernachlässigt wird, schadet das am Ende allen.

Jens Klein

Kaffee-Importeur und Röstmeister aus Leipzig

Er hat 2013 den Kontakt zur Kooperative Tierra Nueva in Nicaragua aufgebaut. 2019 habe ich mit ihm 10 Tage dort verbracht und eine Reportage über den Fairen Handel gedreht. Die wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Jens und den Kaffeeproduzenten in Boaco haben mich sehr beeindruckt … Nur so kann Partnerschaft wirklich funktionieren.

Daysi Mendez

Die 28jährige ist verantwortlich für die Qualitätskontrolle der Kooperative „Tierra Nueva“. Sie stellt aus den verschiedenen Kaffeelieferungen der rund 250 Familienbetriebe genau den Kaffee zusammen, den der Kunde wünscht. „Tierra Nueva“ hat das Glück, mit ihr eine ausgezeichnete Kaffeespezialistin im Team zu haben. Daysi ist Mitglied der nationalen Jury des „Cup of Excellence“ – und damit eine der besten Kaffeetesterinnen von Nicaragua.

Esmeralda Martinez Avilez

Die Familie von Esmeralda baut Arabica-Kaffee auf rund 700 m Höhe in den Hügeln von Boaco an. 2012 sind viele Pflanzen eingegangen, Grund war der Kaffeerost, ein gefürchteter Pilz. Die Klimaerwärmung fördert seine Entstehung: je wärmer es ist, desto besser gedeiht der Pilz.

Schutz bieten der Anbau in höheren, kühleren Lagen (finanziell aufwändig), der Einsatz von chemischen/mineralischen Stoffen (im ökologischen Anbau verboten) und die Kreuzung widerstandsfähiger Kaffeepflanzen. Nur letzteres kommt für die Familie Martinez in Frage. Esmeraldas Sohn Joel (24) experimentiert inzwischen erfolgreich mit widerstandsfähigen, geschmacklich sehr ausgewogenen Kreuzungen der Arabica-Sorten Caturra und Bourbon.

Nach dem Verlust der Ernte kam die Familie damals nur mit Hilfs-Mitteln der Agrargemeinschaft wieder auf die Beine. Diese Mittel können nur Kooperativen anlegen, die ihren Kaffee nach Maßstäben des Fairen Handels verkaufen.

Lorenzo Escoto Suarez

Lorenzo bewirtschaftet mit seiner Familie zwei „manzanas“ (ca. 14.000 qm) Kaffeepflanzen. Die Anbauflächen liegen größtenteils in Palmenwäldern. Zwischen den Sträuchern wachsen Bananen und Zitrusfrüchte – das sorgt für ein gutes Bioklima. Seine Farm liegt weit abgeschieden, es gibt keine Straße dorthin. Die Familie transportiert die Kaffeesäcke mit Eseln zur nächsten Straße, wo sie an einen Mitarbeiter der Kooperative übergeben werden.